Monat: April 2017

Mayperlorama

Die Sauerländer Kultparty

Entspannungsministerium trifft auf Familien-Clan

Am Sonntag,30. April wird auf dem Kulturhof Schulte am Küntroper
Breitenbruch wieder rockig in den Mai getanzt. Die Veranstaltung
Mayperlorama, die erstmalig 2014 in der Scheune der Familie Schulte stattfand, hat sich mittlerweile zu einem kleinen Publikumsmagnet entwickelt. Das Konzept ist einfach: zwei Cover-Rockbands machen Livemusik, es gibt Speis und Trank.
In diesem Jahr wird neben den Entspannungsministern, die bereits in den vergangenen drei Jahren zu Gast waren, die Formation Vanilla Boat Crew auf der Bühnestehen. Die
Band, bestehend aus sechs Familienmitgliedern und einem, schon fast zur Familie gehörenden Musiker, stehen für selbstgemachte Rock-, Pop-, Folk- und Bluesmusik.
Am Vorabend des 1. Mai werden allerdings gecoverte Musikstücke im Repertoire zu hören zu sein.
Die Entspannungsminister, nach eigenen Angaben in diesem Jahr endlich volljährig –
die Band gründete sich 1999 -, werden „…das über die Grenzen des Hönnetals hinaus bekannte Musik-Set „von den Beatles bis Nirvana“ spielen“, so Frontmann
und Sänger Maik Wiesegart. „Wir freuen uns jedes Jahr auf das Mayperlorama, weil neben vielen
bekannten Leuten auch immer wieder neue Gesichter hier auftauchen“.
Christian Schulte-Backhaus, nicht nur Bassist bei den Entspannungsministern, sondern auch Vorsitzender des veranstaltenden Vereins Kulturfluter e.V. fügt hinzu:„Mayperlorama ist nicht nur eine kulturelle Bereicherung für unsere
Stadt, da es kaum noch Tanz-in-den-Mai-Veranstaltungen im Umkreis gibt, sondern dient unserem Verein
auch dazu das Festival Rumo Tripot (findet in diesem Jahr 2. September statt) mitzufinanzieren“.
Einlass in die Scheune am Breitenbruch in Küntrop ist ab 19:30 Uhr, der Eintritt beträgt
5 Euro. Weitere Informationen und auch Impressionen haben die Veranstalter sowohl auf ihrer Website rumotripot.de, wie auch auf der Facebook-Seite
facebook.com/rumotripot bereitgestellt.- Text: Kulturfluter/Wiesegart/Schulte

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Rock im Mai

Kleines Dorffestival im Sauerland

Foto: Maggie Stapper

Es ist eine Traditionsveranstaltung und hat inzwischen bei vielen Kultstatus erreicht. Die Party zum 1. Mai auf dem Schulhof der Ihmerter Grundschule. Veranstalter des Ihmerter Maifrühschoppens ist die Ari Ihmert – seit mehr als 40 Jahren. Es ist ein typisches Sauerländer Dorf- und Familienfest mit Hüpfburg, Tombola, Bierständen, Grills, Kaffee, Kuchen und Musik. Und das lockt immer viele Besucher an. Rock im Mai präsentiert Bands aller Couleur aus der Region. So gibts gute Mucke live und handgemacht. In diesem Jahr präsentieren die Dörfler gleich fünf angesagte Bands aus der Region.

„Schon seit 1977 darf man die „PeeWee Bluesgang“ getrost zu den besten Bluesrock-Bands Europas zählen. Dem Zuhörer wird ein ehrlicher, kompromissloser Rythm & Blues geboten, in perfekter Darbietung Fernab von der Sterilität des Studios und im freundschaftlichen Kontakt zum Publikum. So entsteht bei jedem Auftritt eine Stimmung, die auch den letzten Zuhörer davon überzeugt, dass in Iserlohn der Blues von Herzen kommt“, heißt es vom Veranstalter.

Second Hand. Foto: Stefan Grundmann

„Die Musiker der Rock-Coverband „Second Hand“ aus dem Raum Hagen begeistern mit ihrer Mischung aus angesagten Hits der 80er/90er Jahre und aktuellen Chart-Hits immer wieder ihre schnell wachsende Fangemeinde. Robbie Williams, Gloria Gaynor, Westernhagen, BAP, Bryan Adams, Nena, Nickelback, Pink, U2, Joe Cocker, Bon Jovi, Die Toten Hosen, Die Ärzte, Billy Idol, Anastacia, ZZ Top – diese Namen sind bis zu 4 Stunden Programm, das keine Wünsche offen lässt“, heißt es in der Mitteilungarischen weiter.

Auch für „Woodstock in Rock“ trommeln sie: „Das ist eine Coverband, die eine Reise durch 40 wilde Jahre des Rock ´n´ Roll von AC/DC bis ZZ-Top bietet. Die Wurzeln der Band sind in Letmathe und Lüdenscheid. Die Musiker Volker Stute und Thomas Heuer, Michael Becker und Ulli Gottschalk haben vor 25 Jahren die Band Woodstock gegründet.“

Und zu Ring schreibe die  Veranstalter: „RING“ formierte sich gegen Ende der 70er Jahre in Hohenlimburg. Von Anfang an präsentierte man eigene Songs und konnte sich schnell auch außerhalb der Stadtgrenzen eine immer größer werdende Fangemeinde aufbauen“.

Mit dabei auch: Audiospace. „Alles geht – das beweisen vier Musiker aus Hagen und servieren ihren Cocktail aus den Gefühlen des alltäglichen Lebens, garniert mit einer ordentlichen Portion Crossover-Rock. Seit 2002 ziehen „Audiospace“ mit ihrer energiegeladenen Bühnenshow durch das Land und begeistern das Publikum mit deutschsprachiger Musik für Kopf, Bauch und Beine.“

ALSO: Los geht es am 1. Mai, ab 11 Uhr auf dem Ihmerter Schulhof, bei natürlich freiem Eintrit

Mal eben…

In den Jahren familiären Zusammenlebens spielen regelmäßige Renovierungen eine nicht unwichtige Rolle in meinem Leben. „Mal eben“, „geht doch schnell“, kannst Du ganz kurz mal schauen“ sind harmlos erscheinende Formulierungen meiner Frau, die schnell in spontan angesetzte Umräum- und Renovierungsaktionen münden.

Die Aufarbeitung der alten Küche, neuer Flur, neues Esszimmer sind da nur Beispiele aus der jüngsten Zeit – und das alles bei laufendem Familienbetrieb. Der häufig damit einhergehende Möbelkauf oder das Umdesignen des bestehenden Bestandes will ich dabei nur am Rande erwähnen. Auf jeden Fall erfordert das ein Höchstmaß an mentaler Stärke (aller Beteiligten) und auch eine gewisse Handwerkskunst. Da habe ich mir in all den Jahren soviel praktisches Wissen angeeignet, dass es möglicherweise für einen Moderatorenjob in einer Selbermachen-Sendung reichen würde.

Inzwischen gibts ja auch die vielen Internetfilmchen, die einige Handwerker ins Netz stellen, um ihr Wissen zu teilen: Grundsanierung des Fachwerkhäuschens in 120 Folgen, neues Bad in fünf Stunden oder komplexe Elektrik-Probleme in Alt- und Neubauten flott beheben – das alles ist im Inter-Netz zu finden. In den Hauptrollen: Super-Handwerker bei denen immer alles klappt, die über Handwerkszeug im Wert eines Kleinwagens verfügen und die sich nie schmutzig machen. Auch irgendwie langweilig: Die haben sicher nie gelernt ordentlich zu improvisieren.

Aber dennoch schaue ich diesen Supermännern fasziniert immer wieder zu und gebe es ja zu: Ich habe dabei auch schon mal was gelernt.

Peter von der Beck

Ein wahrer Familienbetrieb


 

Ein Traditionsunternehmen – gut einhundert Jahre alt. Und es läuft immer noch gut für den Circus Atlantik. „Wir sind zufrieden“, sagt Marina Köllner, quasi die Mutter der Kompanie. Sie gehört zur inzwischen 5. Generation des einst in Neuss gegründeten Zirkus.

Es ist ein 20-Mann-Betrieb, hinzu kommen Tiere, Zugwagen und diversen Anhänger. Der Tross steht an einer Ausfallstraße einer dauernder Kleinstadt. Das Bild ist etwas surreal: Kamele weiden auf dem Grün wo sonst Kühe grasen.


Marina Köllner.

In einem imposanten Wohnwagen residiert Marina Köllner mit Familie. Das Gefährt ist behaglich, verfügt über ein Wohnzimmer mit brauner Einbauschrankwand. Die rollende Dreizimmerwohnung hat ein Schlafzimmer mit Bad, einen großen Küchenbereich mit einem Tisch, an dem sechs Personen durchaus Platz finden. Hier kocht Marina („ein typischer Zirkusname“), häufig auch für die ganze Familie, zu der ein zweijähriges Kleinkind genauso gehört wie der 70-Jährige. Familie – das ist wohl das Zauberwort der Branche: Der Zusammenhalt sei außerordentlich hoch und der Respekt gegenüber den Eltern enorm, betont Marina. Das Gefüge sei so stark, dass ihr niemals zu Ohren gekommen sei, dass jemand mal einen Familienverbund verlassen habe. Nur, wenn es darum gehe, einen eigenen Zirkus zu gründen oder wenn man in eine andere Familie einheiratet, gebe es Veränderungen. Und es geht sehr traditionell zu: „Die Frau geht immer mit dem Mann“. So ging auch Marina mit, die aus dem Zirkus Henry stammt. Ihren Mann lernte sie in Hofgeismar kennen, da habe alles angefangen. Und eine Mitgift gab es auch. In Marinas Fall war das Antares – ein richtiges Zirkuspferd mit Freude am Spiel. 30 Jahre hat es mit der Familie gelebt und gespielt bis zu seinem Tod. Und Marina hat Tränen in den Augen, wenn sie von ihrem Antares erzählt.
Alle ziehen für ihren Zirkus an einem Strang und jeder weiß, was er zu tun hat. Sie gehen liebevoll mit den Tieren um und feilen laufend am Programm. Aber es gibt durchaus Freizeit. So gehe man nach der Vorstellung durchaus mal spazieren oder es gibt im Sommer mal eine kurze vorstellungsfreie Zeit, die dann allerdings mit Ausbesserungsarbeiten ausgefüllt ist.
Wohl nicht nur der Zirkusbetrieb der Familie Köllner ist eine eigene Welt mit einem festen Sozialgefüge. Es gibt auch mal Konflikte, aber am Ende müssen sich eben alle wieder vertragen, da geht dann eben die Familie vor. Feiern können die Zirkusleute auch: „Große, sehr große Familienfeiern gibt es“, erzählt Marina Kölner. Zum 80. Geburtstag eines Familienmitglieds „kamen 300 Leute“. Gefeiert werde natürlich im Zelt, es gebe dann eine große Session, alle machten Musik, hätten das ja auch im Blut und die Manege sei auch noch da. Und: in die Zirkusfamilie wird man hineingeboren, könne ihr gar nicht entkommen. Marina kam zum Beispiel im Wohnwagen zur Welt. Und jeder hat eine andere Stadt als Geburtsort und die Heimat ist eben der Zirkus.

Noch in der Baby-Wippe liegend gelangen die Kinder mitten hinein in die Obhut der Familie: Es folgt ein Aufwachsen und Leben mit Tieren, mit Opa, Oma, Onkels, Tanten, Cousins und der Manege. Mit drei hätten die Kinder ihre ersten Auftritte, und jeder trage dann je nach Talent etwas zum Zirkus bei. So werde für das Publikum gespielt.
Das Programm erfährt laufende Verbesserungen. Die Basis bildet die Tradition, das Drumherum verändere sich. Den Drahtseilakt gebe es seit Zirkusgründung, doch Kostüme und Balancehilfe seien eben heutzutage anders, erläutert es Marina. So präsentiert die Familie Köllner mit ihrem Allwettercircus Atlantik eine Vorstellung unter dem Motto „Träumen, Staunen, Lachen“. Das Zelt sei temperiert. Zu sehen gebe es eine Kamel-Karawane, Pferdedressuren, Ziegenshow, Seiltänzer und Schlangenmenschen, Feuerschlucker, Clownerien, eine Wildwest-Show, Akrobatik aller Art, rockige Jonglage und mehr. In der Pause werde noch kostenloses Kamelreiten angeboten, es gibt eine Hüpfburg für die Kleinen und eine Schlangenshow. Wer möchte, darf die Reptilien berühren. Die Show dauert mit Pause 105 Minuten.