Monat: Mai 2012

Lilli ist weg

Sie ist weg, spurlos. Fast genau ein Jahr nachdem ihr Sohn Fleck verschwand, ist nun auch Lilli – seit 14. April – fort. Alles haben wir versucht, um sie wiederzufinden: Angefangen bei der Plakat-Suchaktion im Dorf, Flyer-Verteilung, der Information aller Multiplikatoren, über Suchanzeigen per Internet, per Radio, per Zeitungsannnonce, bis hin zur Zeitungssuchmeldung. Ich bin nächtens durch heimische Vorgärten getapert, habe an Schuppen und Garagen gehorcht, wir sind Phantom-Lillis aufgrund von gut gemeinten Hinweisen in Nachbardörfern hinterhergefahren. Auch beim Ordnungsamt versprach man uns zu informieren, falls man eine schwarz-weiße Katze überfahren am Straßenrand finden würde. Vergeblich. Nichts ergab sich, außer jenen tröstenden Geschichten von Katzen, die nach Wochen oder Jahren gar wieder wundersamerweise auftauchten. So bleibt die Hoffnung, dass sie noch irgendwo lebt… . Und der Trost: Wenn sie überfahren, erschossen oder auf andere Art ums Leben gekommen ist, so hat sie – zumindest nach dem Ermessen von drei Zweibeinern – ein schönes Leben gehabt.
Im Zuge der Suche

Lilli

Lilli

und der Recherche wurde mir bewusst wie vielfältig die Risiken für Freigänger-Katzen sind: Straßenverkehr, Jäger und Jagdhunde, Gift, Fallen, Tod durch versehentliches Einsperren bis hin zur Tötung durch Katzenhasser. Im Umkreis von gut einem Kilometer rund um Lillis Zuhause wurden innerhalb von einem halben Jahr zwei Katzen totgefahren (verkehrsberuhigter Bereich), eine an der Bundesstraße überfahren, eine angefahren, eine verschwand, eine andere wurde vom Nachbarn versehentlich in der Garage eingesperrt und nach 14 Tagen verendet gefunden. Und das sind nur die Fälle, welche mir bekannt wurden. Ich glaube, Freigängerkatzen benötigen durchaus Glück, um länger zu überleben.

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