Monat: August 2011

Guildo Horn rockt sie alle

Guildo Horn

Guildo Horn

Guildo ist ein netter Kerl. Und er hätte wohl die Wünsche der Kollegen und von mir sicher erfüllt, auf der Bühne doch ein Foto während des Soundchecks zu machen – das hätte für die Samstagsausgabe doch noch ein nettes Foto gegeben. Schließlich war intern sein Auftritt für 22.30 Uhr avisiert worden, recht knapp vor dem Andruck für ein Live-Foto. Schließlich kam er spät ins Städtchen und überhaupt. Doch da grätschte seine Managerin? dazwischen. So ein Foto komme nicht gut, die Bandmitglieder wären doch noch nicht umgezogen und das gehe doch alles gar nicht. So ließ sich dann auch Guildo nicht für ein Foto auf der Bühne erweichen. Gleichwohl ließ er sich dann doch noch wenigstens vor grünweißen Schützenfestwimpeln für mein Foto ablichten. Und beim Gespräch war er authentisch und amüsant. Ließ kurz seine Saarländer Mundart aufblitzen, um dann wieder ins Hochdeutsche überzuwechseln.  Guildo findet demnach Traditionen gut  –  und Schützenvereine. „Unser Planet muss grüner werden“, sagt Guildo mit Augenzwinkern. Dass er selbst recht unkonventionell auftritt, ist für ihn dabei kein Widerspruch. „Ich bin ein „relativ wertkonservativer Mensch“, sagt der Musiker. Dazu gehören für ihn zum Beispiel gute Manieren. Und, dass Schützenvereine Liedgut oder Tänze bewahren, das hält er für richtig. Auch die Karnevalsmasken der Schwarzwälder fallen für ihn unter die gute Tradition. Wie dem auch sei: Die Bühnen von Schützenfestzelten sind für ihn kein unbekanntes Terrain. „Wir haben früher viel Tanzmusik gemacht“, sagt der Meister.
Guildo Horn und die Orthopädischen Strümpfe rockten dann die 13. Zeltparty der Neuenrader Schützen, nachdem im Vorprogramm die Charly Sunshine-Band auf der integrativen Party aufgetreten war.

Guildo

Etliche Zugaben mussten die Strüpfe und der Meister liefern, bis sie von der Bühne durften. Zuvor hatten Guildo und Co eine schöne Show abgeliefert. Alte Schlager wie „Mendocino“, „Dich zu lieben“ oder Eigenkreationen wie „Guildo hat euch lieb“ forderten den Neuenradern das Letzte ab. Der Meister und seine Band sorgten für beste Unterhaltung. Er konnte beweisen, dass es immer noch zieht, alte Schlager mit Humor, Augenzwinkern und persönlicher Guildo-Note zu präsentieren. Das schlichte Covern ist dabei nicht die Sache des Saarländers. Er, aber auch die Orthopädischen Strümpfe brillieren mit witzigen Kostümen und ihrer Bühnenshow. Guildo reizte seine Auftritte aus, geizte nicht mir Reizen, fegte mit nacktem Oberkörper über die Bühne. Und es war vor allem die Generation der 40- bis 60-Jährigen, die mit seiner Art von Musikpräsentation etwas anfangen konnte. – vdB

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