Monat: März 2011

Die Schnecken warten schon

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte streifen ahnungsvoll das Land…“ Heutzutage würde der gute alte Mörike sein Gedicht sicher anders formulieren, wenn er den Duft verbrannter Schnitzel vom ersten Sauerländer Grillwochenende erschnuppern dürfte. Auch müsste er das Tohuwabohu in den Baumärkten der Umgebung erwähnen, wo sich Scharen von Gartenfreunden um Blumenerde und Saatgut balgen. Um anschließend die gerade erwachte Natur nach den Vorstellungen der Gartendesigner des 21. Jahrhunderts zu formen.

Übrigens: Auch die ersten Schnecken sind aus dem Winterschlaf erwacht und freuen sich schon auf das Frühgemüse.

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Hierarchien

Es gibt Leute, die platzen bald vor Wichtigkeit. Sie schauen nicht links
und sie schauen nicht rechts, stur richten sie den Blick geradeaus. Die Nase tragen sie so hoch, dass sie fast schon ins Stolpern kommen. Hier und da grüßen sie dann doch – nicht ohne offensichtlich heimlich zu prüfen, ob die Rangordnung denn auch stimmt. Verschiedene Begrüßungsgrade gibt es dann, die vom leicht dezenten Nicken und anschließend schnellem Wegdrehen des Kopfes bis zum breiten Grinsen mit leicht erhobenem Zeigefinger reichen. Es gibt sie tatsächlich noch – die alten Verhaltensweisen aus der Zeit der Ständeherrschaft. Niemals wird sich etwas ändern.